Um Fehlkäufe zu vermeiden, gibt es bei der Pflege einige Punkte, die Du am besten vorher prüfst:

Inhaltsstoffe

Was nützt Dir eine schöne Verpackung oder ein Hollywoodstar als Werbeträger, wenn im Tiegel teils minderwertige Inhaltsstoffe sind? Kaufe bitte nur Cremes, die keine Silikone, Parabene oder Mineralöle enthalten. Warum das nicht gut für die Haut ist, werde ich Dir auf meinem Blog immer wieder erläutern. Wie soll man sich aber ohne Chemie-Studium im Kosmetikdschungel zurechtfinden, wenn man bei den Fachbegriffen auf der Unterseite nur Bahnhof versteht? Gehe auf eine Seite wie www.codecheck.info (lade Dir die App am besten auf Dein Handy) und google zusätzlich die bedenklichen Inhaltsstoffe noch auf anderen Seiten im Internet. So nach und nach wirst Du ein Gefühl dafür bekommen, was in der Pflege wirklich steckt und ob sich mehr Schein als Sein dahinter verbirgt.

Jahreszeit

Dass wir im Winter anderen Umwelteinflüssen als im Sommer ausgesetzt sind, weiß man. Draußen die raue Winterluft mit eventuell Minusgraden und drinnen die austrocknende Heizungsluft. Dennoch benutzen viele Menschen das ganze Jahr über die gleichen Cremes und wundern sich, dass der Schutz nicht ganz passt. Ich habe dieses Problem für mich gelöst, indem ich immer zwei verschiedene Tiegel geöffnet habe. Eine mit einer leichteren Konsistenz und eine andere, die intensiver pflegt. Nach der Reinigung und dem Serum höre ich oft auf mein Gefühl, welche Creme mein Gesicht heute dringender braucht. Das spürst Du in der Regel. Falls die Pflege doch einmal zu intensiv war, wird am nächsten Tag eben die Creme mit der leichteren Konsistenz aufgetragen.

Hauttyp

Die Haut wird in vier Hauttypen eingeteilt: normale, trockene, ölige und Mischhaut. Normale Haut ist weder zu fettig noch zu trocken, macht einen gesunden Eindruck. Trockene Haut sieht feinporig aus und kann manchmal rau sein. Falls das Dein Hauttyp ist, brauchst Du eher eine reichhaltige Pflege, um einem Spannungsgefühl vorzubeugen. Zudem erscheinen Linien und Fältchen in fortgeschrittenem Alter stärker ausgeprägt. Die erhöhte Talgproduktion zeichnet ölige Haut aus. Außerdem nimmst Du – neben dem Glanz – vergrößerte Poren wahr. Ein auf diesen Hauttyp abgestimmtes Fluid nimmt den Talg auf und lässt die Haut matter wirken. Mischhaut besitzt sowohl trockene und fettige Partien gleichermaßen. Die T-Zone auf Stirn, Nase und Kinn benötigt nur eine ausgleichende Pflege, während es im Wangenbereich schon etwas mehr sein sollte. Speziell die für Mischhaut hergestellten Cremes versorgen beide Bereiche des Gesichts optimal.

Alter

Noch nie war die Zielgruppe 40+ so attraktiv wie heute. Das Verlangen nach einem faltenfreien und prallen Äußeren steigt deshalb besonders in der zweiten Lebenshälfte an. Deshalb erfreut sich der Vertrieb von Anti-Aging-Produkten großer Nachfrage und neue – noch wirksamere – Inhaltsstoffe überfluten den Markt. Eine junge Haut kann aber durch hochkonzentrierte Pflege überfordert werden. Unschöne Unterlagerungen mit kleinen Pickelchen sind die Folge. Deshalb ist es so wichtig, dass Du die Kosmetik nach Deinem Alter aussuchst. Wenn Du erst Ende 20 bist, probiere lieber die Kombination Serum und Feuchtigkeitscreme aus, statt gleich zu einer Anti-Aging-Creme zu greifen.

Zertifizierung/tierversuchsfreie Kosmetik

Zum Glück gibt es heutzutage jede Menge Zertifizierungen, die auf den Döschen und Tübchen zu finden sind. Zu den anerkanntesten gehören das BDIH-Siegel, die Ecocert-Zertifizierung, Produkte in Demeter-Qualität, das Siegel der Vegan Society England, das Natrue-Siegel und das Kaninchen mit der streichelnden Hand, welches das Siegel des IHTK, dem Herstellerverband gegen Tierversuche ist. Natürlich gibt es noch viele Zertifizierungen mehr. Worauf Du speziell wertlegst und für welche Kosmetik Du Dich entscheidest, bleibt selbstverständlich Dir überlassen. Wenn Du Dir unsicher bist, ob in Deiner Wunschcreme wirklich natürliche Inhaltsstoffe sind, werden Dir die Zertifizierungen aber eine gute Hilfe sein. Damit Du keine Firmen unterstützt, die leider noch immer Tierversuche durchführen (lassen).

Spezielle Situationen (Hormone, Medikamente, Sonneneinstrahlung)

Die Haut verändert sich auch aufgrund der verschiedenen hormonellen Einflüsse. Ist sie in der Pubertät noch ziemlich talgig, nimmt die Trockenheit in den Wechseljahren durch das Absinken des Östrogen-Spiegels zu. Sprich eventuell mit Deinem Arzt oder Heilpraktiker darüber, ob Deine Medikamente manche Partien im Gesicht trockener machen können. Sonneneinstrahlung musst Du ebenso berücksichtigen. Wer nur täglich 10 Minuten auf die Arbeit fährt und ansonsten eher zum Typ „Hauskatze“ zählt, braucht weniger Lichtschutzfaktor als die aktive Outdoorliebhaberin, die bereits vor dem Büroalltag 40 Minuten joggt und mittags 30 Minuten in der Sonne sitzt. Falls Du einen separaten LSF (=Lichtschutzfaktor) verwendest, trage ihn immer unter der Tagescreme, also zuerst, auf.

Haltbarkeit

Bei der Haltbarkeit gibt es im Kosmetikbereich große Unterschiede. Die meisten konventionellen Chemiebomben sind ungeöffnet ca. 30 Monate haltbar. Da man jedoch nicht genau weiß, wie lange der Tiegel bereits im Geschäft steht, würde ich mit 24 Monaten kalkulieren. Nach dem ersten Öffnen sinkt die Haltbarkeit in der Regel auf 12 Monate. Das liegt daran, dass zumeist Konservierungsmittel zugefügt worden sind. Die meisten Naturkosmetikprodukte würde ich persönlich nicht länger als 12-15 Monate auf Vorrat kaufen. Nach dem ersten Öffnen halten sie überwiegend 6 Monate. Einige von ihnen nur 3-4 Monate. Falls auf der Verpackung keine Angabe wie zum Beispiel 6M (in einem kleinen Kreis) steht, solltest Du Dich beim Hersteller erkundigen. Eine sinnvolle Gewohnheit ist die Kennzeichnung von Monat und Jahr mit einem schwarzen Filzstift, wann Du das Produkt angebrochen hast. Wahlweise auch mit einem Klebeetikett. Es empfiehlt sich eine Lagerung in einem dunklen Schrank, der nicht direkt neben der Heizung steht.

Bewertung von anderen Nutzern

Die Meinung von anderen Kunden kann eine gute Hilfestellung sein, gerade wenn Du vorhast, in Online-Shops zu bestellen. Die meisten User beschreiben das Produkt ausführlich und listen über einen längeren Zeitraum auf, was Ihnen die Creme gebracht hat oder wo eventuell noch Verbesserungsbedarf besteht. Natürlich sind Wertungen ziemlich subjektiv und manchmal frage ich mich ebenfalls, wie der ein oder andere Konsument ernsthaft auf bestimmte Aussagen kommt. Doch Du erkennst im Allgemeinen eine ziemlich eindeutige Tendenz. Die Angst vor Fake-Bewertungen kann ich nicht nachvollziehen, da man in der Beschreibung leicht rausliest, ob der Absender das Produkt wirklich benutzt. Achte am besten auf die Wortwahl und ob der Kunde ebenfalls negative Aspekte anspricht. Entscheide dann, ob Dich das vermeintlich negative Argument abschrecken würde. Somit wird eine andere Kundenmeinung ein sinnvoller Indikator für Dich sein.

Auftreten der Verkäuferin

Sei hellhörig bei der Beratung! Wenn die eine Creme, die Dir empfohlen wird, die beste und tollste Pflege überhaupt ist und Du das Gefühl vermittelt bekommst, dass sie darüber hinaus noch putzen, waschen und bügeln kann , solltest Du vorsichtig sein. Auch dann, wenn Dir so gar keine Alternative angeboten wird. Frag unter Umständen nach einer anderen Marke zum Vergleich und lass Dir die Unterschiede erklären. Falls sogar patzige Reaktionen erfolgen, spricht das nicht unbedingt für Professionalität. Wenn Dein Bauch ausschlagen sollte, höre lieber auf Deine innere Stimme. Es gibt genügend Verkäufer in anderen Geschäften, die sich freuen, Dich kompetent und zuvorkommend beraten zu dürfen. Es liegt schließlich in deren Interesse, aus Dir einen so zufriedenen Kunden zu machen, dass Du zu einem erneuten Kauf wiederkommst.

Nun stürze Dich in den Pflegedschungel und hab viel Freude beim Testen neuer Tiegelchen und Tübchen! Gerne unterstütze ich Dich dabei. Klick einfach auf den gelben Button und sichere Dir ein kostenloses 30 Minuten-Schnuppertraining.

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Hier erfährst Du Schritt für Schritt im ultimativen Pflege-Guide, was Du noch für eine schöne Haut machen kannst.